Der Brief-Knigge

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Falsch geschriebene Namen gehören zu den peinlichsten Fehltritten in Geschäftsbriefen. Weil bis zum Briefende noch zahlreiche Fettnäpfe lauern, will Sie unser Brief-Knigge stilsicher durch Ihre Korrespondenz führen. Vier Mal im Jahr ein neuer Praxistipp. Wenn Sie nichts verpassen möchten, abonnieren Sie die kostenfreie Monats-Depesche!

Brief an mich

Leichtigkeit durchflutet den Jahresbeginn. Vielleicht dringt sie noch nicht zu uns durch. Doch eine leise Ahnung blitzt in unser Leben hinein. Ehrfurcht bestaunt die Christrose, die ihre weißen Blüten durch die Schneedecke schiebt. Ein stiller Hauch umfängt die Eisblume am Schlafzimmerfenster. Ein Vorgefühl flirtet mit dem Licht, das jeder Nacht noch ein paar Minuten abtrotzt. All die kleinen Wunder mahnen uns, die Schwere loszulassen - im Büro, zu Hause, in uns selbst. Auch im Brief-Knigge dürfen wir mal alle Fünfe gerade sein lassen. Statt Fachwissen teilen wir ein Fasten-Ritual.

„Brief an mich“, nenne ich den liebgewordenen Brauch. Was egozentrisch anmutet, bewirkt das Gegenteil. Gut möglich, dass sich Ihre innere Klarheit bald auf Ihr Umfeld überträgt, nachdem Sie den ersten Brief an sich selbst geschrieben haben. Das ist eine Einladung zur Selbstreflexion, dem eigenen Ärger nachzuspüren, bedrohliche Gefühle ernst zu nehmen, Bedürfnisse dahinter zu entschlüsseln.

Einem Brief an mich kann ich alles anvertrauen. Sogar Gefühle, die richtig wehtun, dürfen zu Wort kommen. Erst dann kann ich sie von allen Seiten betrachten, sie fragen, wovor sie mich schützen wollen. Mit etwas Übung antworten sie mir. Das Knistern des Papiers vor mir will mir etwas sagen, mich auf die richtige Fährte schicken.

Besonders eindringlich wird die Übung in der Wiederholung, indem ich tags darauf einen neuen Brief schreibe, vielleicht noch einen dritten und auch einen am vierten Tag. Mit jedem neuen Brief staune ich, wie sich der Ausdruck meiner Gefühle verändert. Tiefer liegende Schichten meines Innenlebens drängen an die Oberfläche, auch alte Verletzungen. Und ich weiß: Ihr alle wollt beachtet werden. Erst nachdem alle gewürdigt worden sind, übergebe ich meine Briefe dem Kaminfeuer.

Viel Spaß beim Ausprobieren!
Ihre Sylke Schröder

 

 
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Charakterstudie Brief

„Nicht mit Unrecht behaupten viele, nach dem Inhalte, der Abfassung und dem Aeußern seiner Briefe könne man einen Menschen recht wohl beurtheilen.“ (Aus „Der Umgang in und mit der Gesellschaft“ von 1881)

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