Der Brief-Knigge

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Falsch geschriebene Namen gehören zu den peinlichsten Fehltritten in Geschäftsbriefen. Weil bis zum Briefende noch zahlreiche Fettnäpfe lauern, will Sie unser Brief-Knigge stilsicher durch Ihre Korrespondenz führen. Jeden Monat ein neuer Praxistipp. Wenn Sie nichts verpassen möchten, abonnieren Sie die kostenfreie Monats-Depesche!

Anrede des dritten Geschlechts

Ab 1. Januar 2019 wird das Personenstandsregister das dritte Geschlecht mit der Bezeichnung „divers“ führen. Das Gesetz betrifft Intersexuelle, Menschen also, bei denen - im Gegensatz zu Transsexuellen – das Geschlecht nicht eindeutig zuordenbar ist.

Wie sich das neue Gesetz auf die Anrede in der Korrespondenz auswirkt, ist allerdings nicht geregelt – weder juristisch noch sprachlich. Einig sind sich Juristen lediglich darin, dass bei Stellenausschreibungen der Klammerzusatz um das dritte Geschlecht zu ergänzen ist: (w/m/div.) oder (w/m/int.) Das heißt, derzeit lässt sich nur mutmaßen, auf welche Bereiche des Arbeitsrechts sich das Gesetz künftig auswirken könnte. Neben der Toilettenfrage, Kleiderordnung oder der Zusammensetzung von Betriebsräten ist auch die Anrede von Mitarbeitern eine offene Baustelle.

Aus unserer Sicht haben Unternehmen vier Möglichkeiten, die Anrede in der Geschäftskorrespondenz zu gestalten:

  1. Option: Derzeit kein Handlungsbedarf

Solange es keine gesetzliche Vorgabe gibt, ist jeder Unternehmer frei zu entscheiden. Zunächst alles beim Alten zu belassen, könnte ein Standpunkt sein. Schließlich gendern auch viele Unternehmen nicht oder nicht durchgängig.  

  1. Option: Kompensieren durch Sternchen

Ein Weg zu politischer Korrektheit führt über die Sternchenmethode, die nun komplizierter aussieht: „Sehr geehrte* Frau*Herr“ oder „Liebe Mitarbeiter*Innen“.

  1. Option: Verallgemeinern der Anrede

Ein anderer Weg kann es sein, die fehlende Sprachregelung durch Verallgemeinern zu umschaffen, wie „Hallo zusammen“ oder „Liebe Belegschaft“.

  1. Option: Wunschansprache klären

Wem die Varianten 2 und 3 nicht gefallen, kann betroffene Mitarbeiter (politisch korrekt: Arbeiternehmer*innen) fragen, wie sie angeredet werden möchten.

 
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Charakterstudie Brief

„Nicht mit Unrecht behaupten viele, nach dem Inhalte, der Abfassung und dem Aeußern seiner Briefe könne man einen Menschen recht wohl beurtheilen.“ (Aus „Der Umgang in und mit der Gesellschaft“ von 1881)

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